Car2go: Carsharing-Fahrzeugflotte soll mittelfristig komplett aus E-Autos bestehen

Bild: car2go.com / Car2go

Nicht zuletzt durch die Erfolge des US-Unternehmens Tesla sowie die Weiterentwicklungen zahlreicher weiterer Automobilhersteller hat die Entwicklung der Elektromobilität in den letzten Jahren eine neue Dynamik aufgenommen, die auch das Carsharing beeinflusst. Allein die Daimler-Tochter Car2go verfügt mit insgesamt 1.400 Fahrzeugen derzeit über eine der größten elektrischen Flotten der Welt und will diese trotz vieler Zweifler in naher Zukunft auch weiter ausbauen.

Carsharing elementarer Bestandteil des zukünftigen Mobilitätskonzepts

Auch wenn die Aussagen des Daimler-Forschers Alexander Mankowsky, der das Carsharing als Auslaufmodell bezeichnete, für Irritationen gesorgt haben, ist für Car2go die Stoßrichtung weiterhin klar. Wie Car2go-Chef Oliver Reppert erklärt, ist das Carsharing alles andere als ein Auslaufmodell. Und in der Tat sprechen die Wachstumszahlen eine eindeutige Sprache, zumal das Unternehmen weltweit bereits in 26 Metropolen tätig ist und sich die Durchschnittsauslastung der Fahrzeuge alleine im Jahr 2016 um rund 40 Prozent steigerte. Unterstrichen werden diese Aussagen durch aktuelle Studien renommierter Unternehmensberater wie Frost&Sullivan, McKinsey sowie der Boston Consulting Group, die sowohl das Carsharing als auch die Elektromobilität als zentrale Mobilitätskonzepte der Zukunft identifiziert haben.

Car2go: Freiminuten durch Laden von Autos

Der Grund für die Ausdehnung der Elektrofahrzeugflotte von Car2go ist jedoch nicht nur in dem Wunsch zu suchen, die Energiewende zu fördern und sowohl die Lärm- als auch die Schadstoffemissionen in unseren Städten zu reduzieren. Vielmehr wird die angestrebte Elektrifizierung auch durch die Auslastungszahlen der gesamten Fahrzeugflotte gestützt, denn nach Unternehmensangaben bestehen in dieser Hinsicht keine Unterschiede zwischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und Fahrzeugen mit E-Antrieb. Und das, obwohl Elektrofahrzeuge häufiger geladen werden müssen. Ursächlich ist ein Anreizsystem, das Car2go bereits erfolgreich einsetzt. Kunden werden bei Car2go nämlich mit Freiminuten belohnt, wenn sie das Fahrzeug an eine Ladesäule anschließen.

Schrittweise Elektrifizierung der Fahrzeugflotte

Die Pläne von Car2go, die Fahrzeugflotte mittelfristig komplett zu elektrifizieren, sind zwar ambitioniert aber dennoch keinesfalls unrealistisch. Das belegt beispielsweise die Annahme der bereits vollständig elektrifizierten Flotte in Spaniens Landeshauptstadt Madrid, in der das Unternehmen bereits 200.000 Kunden hat und sich bis zu 15 Kunden pro Tag ein Elektroauto teilen. Auch in den ebenfalls voll elektrisierten Städten Amsterdam und Stuttgart ist diese Entwicklung zu beobachten.

Ladestation am Stuttgarter Flughafen © car2go.com / Car2go

Ladestation am Stuttgarter Flughafen © car2go.com / Car2go

Ein weiteres Projekt auf deutschem Boden ist zudem der Umbau der Fahrzeugflotte am Standort in Hamburg. In Kooperation mit der Stadt, die unter anderem für einen Ausbau der Infrastruktur sorgt, will Car2go bis Ende 2019 die Hälfte seiner Flotte elektrifizieren. Zudem plant man mit ähnlichen Zielen die Expansion in andere Ballungszentren. Wenngleich sich die Unternehmensführung im Hinblick auf konkrete Standorte noch bedeckt hält, sieht es so aus, als würde die Elektromobilität nun tatsächlich merklich vorankommen und sich als innerstädtisches Mobilitätskonzept durchsetzen.

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